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Kurärzte-Umfrage: Hat die Pandemie die Belastbarkeit der Patienten verändert?

Die aktuelle Krise hat ohne Zweifel die Gesundheit vieler Menschen beeinträchtigt. Meist stehen nur Covid-19-Erkrankte im Fokus. Doch die Tragweite geht darüber hinaus.


Bilder: istockphoto/bsd555

Wer eine Covid-19-Infektion überstanden hat, hat immerhin noch gute Chancen auf Langzeitfolgen oder zumindest psychische Beeinträchtigungen – von einfachen Schlafproblemen, Angst und Sorgen bis hin zu handfesten Diagnosen. Und wer bisher von einer Infektion noch nicht betroffen war, hat möglicherweise Kollateralschäden erlebt: Geschlossene Ordinationen, Verschiebung von Operationen oder Einschränkungen bei Kur- und Rehaaufenthalten sind in den letzten beiden Pandemiejahren Teil des „neuen Normal“.

Wie die Situation im Kur-, GVA- und Rehabetrieb tatsächlich aussieht, hat eine aktuelle Umfrage von ÄRZTE Exklusiv unter die Lupe genommen. Die Umfrage entstand in einer Kooperation mit dem – mittlerweile aufgelösten – Kurärzteverband. 45 Vertragspartner der Pensionsversicherungsanstalt, die Gesundheitsvorsorge Aktiv (GVA) im Programm haben, wurden dazu befragt. Der Rücklauf betrug 69 %. Von diesen haben 80 % angegeben, über ein natürliches, ortsgebundenes Heilmittel zu verfügen.

Zu erschöpft für die Therapie?

Das GVA-Programm läuft nach einem vorgegebenen Rahmen ab, der den Patienten doch einiges abverlangt, aber durchaus machbar ist. Eine reine Erholungskur ist die GVA nicht, sondern viel mehr eine Schulungsmaßnahme. Eine Mischung aus aktiven Therapien, wie Gymnastik und Ausdauertraining und durchaus auch passiven Teilen. Ein Teil des Programmes sind auch Informationen in Form von Workshops oder Vorträgen. Ein Kernthema der Umfrage beschäftigte sich auch mit der Frage, inwieweit Erschöpfung, Ermüdung oder Ausgelaugtsein auf die Realisierung des Therapieprogrammes einerseits, aber auch auf die Umsetzbarkeit patientenseitig Einfluss hat.

Bei über 66 % der Befragten wurde Änderungen in der Symptomatik patientenseitig seit Beginn der Pandemie festgestellt. Nur 3 % der Befragten fanden in der Symptomatik keine Änderungen. Erschöpfung, Müdigkeit oder Kraftlosigkeit wurden nach Einschätzung der Ärzte sehr häufig von den Patienten angegeben, immerhin über 80 %. Das ist doch relativ viel, da die Aktivtherapien einiges abverlangen. Übrigens sind Wärmeanwendungen auch anstrengend und erfordern eine Pause nach der Therapie.

Mentale Gesundheit im Fokus

Bei rund 80 % Prozent der Patienten wurden Depressionen, Angstzustände und Schlafstörungen thematisiert. Für diese Beschwerden und Krankheitsbilder war bis vor einigen Jahren im Rahmen der Kur wenig Platz. Glücklicherweise ist im Bereich der GVA die Gruppe der mentalen Gesundheit realisiert, der Bedarf nach psychologischer Unterstützung scheint aber zugenommen zu haben, wie ärztlicherseits bestätigt werden kann.

Nun galt es herauszufinden, wie weit die Patienten bei der Durchführung der Therapien durch die Erschöpfungszustände (geistig/ körperlich) beeinträchtigt sind. Es zeigte sich doch, dass alarmierende 50 % öfter oder häufig in den Therapien beeinträchtigt wurden. Wobei nicht das Alter oder eine Herzschwäche die eingeschränkte Leistungsfähigkeit verursachten, sondern eher schlechte Basiskondition und eine eingeschränkte Regenerationsfähigkeit.  Eine psychologische Betreuung wünschen sich etwa 70 % der Befragten, wenn sie mit ihren Kurärzten sprechen. Diese hohe Zahl zeigt, dass durchaus Bedarf für eine entsprechende, mentale Unterstützung gegeben ist. Das Thema Erschöpfung und Belastbarkeit zog sich wie ein roter Faden durch die Therapien in den Kur-, GVA- und Rehaeinrichtungen. Es wäre zu prüfen, wie die natürlichen Heilmittel in Kombination mit den Therapieteilen der GVA einen positiven Effekt bewirken. Erfreulicherweise berichteten  83 % der Befragten über eine Verbesserung der Regeneration, während 13 % keine Veränderung bemerkten. Das deckt sich auch mit der täglichen Beobachtung, die man selbst macht. Für die Praxis bedeutet dies, dass man derzeit doch eher flexibel sein muss und mehr als bisher die Koordination von Terminen, Belastbarkeit und Ruhepausen beachten muss. Ein klares Votum ist für die positive Wirkung der natürlichen, ortgebundenen Heilvorkommen gefallen.

Dr. Wolfgang Foisner, Wissenschaftlicher Leiter des ÖÄK-Diplomlehrgangs Kurmedizin & Präventivmedizin

Angaben zur kurärztlichen Tätigkeit:
Üben Sie derzeit Ihre Tätigkeit in einer Einrichtung mit oder ohne eigenem natürlichem ortsgebundenem Heilmittel aus?   
mit 80,64 %
ohne 9,68 %
keine Anganbe 9,68 %


Fachärztin/Facharzt für die Kinder- und Jugendheilkunde

Onkologische Rehabilitation Leuwaldhof Kinder Jugend Reha / St. Veit im Pongau / unterschiedliche Arbeitszeitmodelle möglich

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Fachärzt*innen für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin (w/m/d) mit besonderem Interesse an der Gerontopsychiatrie

Psychosoziale Dienste / Wien / Vollzeit oder Teilzeit

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Leitender Oberarzt / Stellvertretender Chefarzt (m/w/d)

Klinik Schloss Waldleiningen / Mudau, Deutschland / Teilzeit oder Vollzeit